Fotografie – Tipps & Tricks


  • Ausrüstung
  • Tiefenschärfe
  • Blauer Himmel
  • Dreh mich

Meine Ausrüstung

Ich bin gelernter Fotograf und habe meine Ausbildung bereits vor etlichen Jahren abgeschlossen. Die damalige Zeit ist mit der heutigen kaum noch zu vergleichen, da ich seinerzeit hauptsächlich mit Mittel- und Großformat gearbeitet habe. Heute übernehmen moderne Smartphones oder digitale Spiegelreflexkameras fast alle manuellen Einstellungen. Was die Fülle an technischen Funktionen angeht, kann ich heute zwar nicht mehr in jedem Detail mithalten, aber eines ist geblieben: das Wissen, worauf es wirklich ankommt. Ich weiß, worauf man achten muss, um ein Ergebnis zu erzielen, das als tolles Bild in Erinnerung bleibt – ein Foto, das man sich auch Jahre später immer wieder gerne ansieht.

Dieses damals erlernte Wissen möchte ich hier mit euch teilen, damit ihr mit ein paar Kleinigkeiten, auf die ihr achten müsst, das Beste aus euren Urlaubsbildern herausholt. Dafür müsst ihr euch kein teures Zubehör kaufen. In der Regel sind es nur kleine Einstellungen oder auch mal ein einfaches Blatt weißes Papier, um dunkle Stellen des Motivs aufzuhellen.

Ich selbst habe jahrelang mit diversen Nikon-Modellen gearbeitet, bis ich vor einigen Jahren auf eine Canon EOS 850D umgestiegen bin. Als Objektive nutze ich ein 150–600 mm von Sigma sowie ein Canon EF-S 18–55 mm. Mein aktuelles Smartphone ist das Samsung Galaxy S24 Ultra, welches ich mir gezielt wegen der hervorragenden Bildqualität zugelegt habe. Zudem habe ich eine AKASO Brave 4 Pro als Actioncam im Einsatz, die besonders bei Unterwasseraufnahmen zum Zuge kommt. Für die Produktfotografie im ‚Messerdepot‘ habe ich mir ein kleines Studio aufgebaut und nutze dort Leuchten von Godox. Im Laufe der Zeit werde ich euch das alles hier genauer vorstellen und euch auch zeigen, welche Apps ich auf dem Handy nutze.

Strand marsa alam

Tiefenschärfe

Wenn du ein Bild mit ‚Leben‘ füllen willst, dann nutze die Schärfentiefe. Es ist nur eine kleine Einstellung, aber mit großer Wirkung. Bei einer Spiegelreflexkamera öffnest du dafür die Blende (wähle z. B. einen Wert wie f/5.6 oder kleiner). Beim Smartphone gehst du in die Aufnahmeeinstellungen: Falls vorhanden, nutze den Porträtmodus, denn dein Handy simuliert dann genau diese offene Blende. Falls dein Handy das nicht automatisch macht, kannst du in den manuellen Modus (Pro-Modus) wechseln und dort die Blende oder den Fokus manuell anpassen.

Wenn du alles eingestellt hast und mit dem Bildausschnitt zufrieden bist, dann lege den Fokus auf das Objekt, das du definitiv scharf abbilden möchtest. In der Regel reicht es aus, auf dem Display einfach mit dem Finger den gewünschten Bereich anzutippen. Das Objektiv fokussiert nun genau diesen Punkt und stellt den Rest – je nach gewählter Blende – in eine schöne Unschärfe um.

Sieh dir die unten gezeigten Beispiele an. Ist es nicht irre, was für einen gewaltigen Unterschied so eine kleine Einstellung im Ergebnis macht? Dabei ist es völlig egal, ob du diesen Effekt bei Porträtfotos oder in der Produktfotografie anwendest: Das Ergebnis ist einfach nur genial!

aufnahme1 standard
Wer kennt es nicht. Schnell das Handy in die Hand genommen und mal eben ein Foto gemacht. Sicherlich ein tolles Foto, aber spricht es einen auch an?
aufnahme1 portrait
Selbe Situation aber hier auf Portraitmodus im Handy umgestellt. Das Ergebnis ist beeindruckend. Durch den verschwommenen Hintergrund kommt das „Hauptthema“ (das Getränk) direkt in den Fokus.
aufnahme2 standard
Objekt und Hintergrund ist scharf. Schöne Aufnahme aber ohne Tiefenschärfe und „Leben“
aufnahme2 portrait
Umgestellt auf Portraitmodus. Ergebnis ist ein Foto mit Tiefenschärfe. Obwohl die gleiche Aufnahme ist der Fokus auf das Getränk und wirkt sofort ganz anders

Blauer Himmel

Kennst du das? Du stehst draußen, die Sonne scheint und der Himmel strahlt in einem perfekten Blau. Du zückst dein Handy oder die Kamera, machst ein Foto – und die Enttäuschung folgt sofort: Der Himmel auf dem Bild wirkt blass, fast weiß oder einfach nur farblos. Der Grund ist meistens ganz einfach: Gegenlicht. Wenn du gegen die Sonne fotografierst, muss die Kamera einen extremen Helligkeitsunterschied ausgleichen. Das Ergebnis ist ein „ausgefressener“, heller Himmel, weil die Kamera versucht, das Motiv im Vordergrund nicht zu dunkel werden zu lassen.

Der einfache Trick: Dreh dich um!

  • Position checken: Schau kurz, wo die Sonne steht.
  • Die 180-Grad-Wende: Drehe dich so, dass du die Sonne im Rücken oder schräg hinter dir hast.
  • Das Ergebnis: Jetzt wird der blaue Himmel von der Sonne direkt angestrahlt. Die Farben knallen richtig, der Kontrast stimmt und du bekommst genau das satte Blau auf dein Bild, das du mit deinen eigenen Augen siehst.

Einfacher Trick, man muss nur wissen, wie! So verwandelst du einen blassen Schnappschuss in ein richtig tolles, farbenfrohes Urlaubsfoto.

himmel hell
Aufnahme am Unterbacher See mit Blickrichtung leicht gegen die Sonne. Alles sicherlich schön anzusehen, aber aus dem Foto könnte man mehr machen!
himmel blau
Gleiche Uhrzeit selber Standort. Nur das ich mich hier gedreht habe und mit dem Sonnenlicht im Rücken fotografiere. Das Ergebnis ist der Hammer. Ein richtig schöner blauer Himmel.

Dreh mich

Oft entscheiden nur ein paar Zentimeter darüber, ob ein Foto langweilig wirkt oder den Betrachter sofort fesselt. Gerade bei Aufnahmen mit dem Smartphone lässt sich durch einen einfachen Wechsel der Perspektive eine enorme Veränderung erzielen. Ich habe das für euch an ein und demselben Motiv einmal ausprobiert.

Perspektive 1 – Die klassische Stehhöhe: Das erste Bild entstand ganz klassisch im Stehen aus Augenhöhe. Ehrlich gesagt: Das Ergebnis ist eher unspektakulär. Das Bild wirkt flach, etwas langweilig und löst kaum Emotionen aus – ein typischer Schnappschuss halt.

Perspektive 2 – In die Knie gehen: Für das zweite Foto habe ich mich so weit wie möglich Richtung Boden gebückt – so weit es meine „alten“ Knochen eben noch zuließen. Man sieht sofort einen Unterschied: Die Bildwirkung verbessert sich deutlich, die Perspektive wird interessanter, aber so richtig „vom Hocker“ haut es einen immer noch nicht.

Perspektive 3 – Der Profi-Trick – Das Handy drehen: Das dritte Bild ist mein absoluter Favorit und zeigt den eigentlichen Clou. Hierfür habe ich das Handy einfach auf den Kopf gedreht, sodass sich das Objektiv nur noch knapp über dem Boden befindet.

  • Tiefenschärfe: Durch die Nähe zum Boden entsteht eine natürliche Unschärfe im Vordergrund, die den Blick direkt auf das Motiv lenkt.
  • Dynamik: Der völlig andere Winkel lässt das Foto sofort professionell und spannend wirken.
  • Aha-Erlebnis: Es fällt direkt ins Auge und spricht den Betrachter sofort an – und das alles nur durch eine simple Drehung des Handys!

Mein Fazit: Traut euch öfter mal nach unten und dreht das Handy einfach um. Eure Fotos werden es euch danken!

perspektive stand
Perspektive 1
perspektive unten
Perspektive 2
perspektive gedreht
Perspektive 3

Haben dir diese Tipps weitergeholfen oder hast du sie vielleicht schon selbst ausprobiert? Ich freue mich riesig über dein Feedback! Schreib mir doch kurz in die Kommentare, welche Erfahrungen du gemacht hast oder welche Ergebnisse du erzielen konntest. Dein Input hilft nicht nur mir, sondern der ganzen Community!

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